Institut für Berufsbildung und
Sozialmanagement gemeinnützige GmbH
11.08.2014

Jungen Flüchtlingen eine berufliche Perspektive geben

Das Thüringer Bleiberechtsnetzwerk „to arrange – pro job“ bietet jungen Flüchtlingen Zukunftsperspektiven

Das Thüringer Bleiberechtsnetzwerk „bleibt dran“

Das Thüringer Bleiberechtsnetzwerk „to arrange – pro job“ bietet jungen Flüchtlingen Zukunftsperspektiven auf vielfältigste Art und Weise. Ein wesentliches Unterstützungsangebot ist der viermonatige Berufsorientierungs- und Sprachkurs „Bleib dran“. Organisiert wird dieser durch das Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement (IBS) GmbH, einem Tochterunternehmen der AWO Thüringen, in und dem Flüchtlingsrat Thüringen e.V.  Am vergangenen Freitag haben 10 junge Männer aus Afghanistan, Syrien, Tschetschenien und Serbien den Kurs erfolgreich abgeschlossen und sind nun gut vorbereitet ihre Chance im Berufsvorbereitenden Jahr für Ausländer (BVJ A), einem Praktikum, Arbeit oder einer Berufsausbildung zu nutzen.

Bildung und berufliche Teilhabe sind wichtige Schlüssel zum Ankommen in der Gesellschaft – zum selbstbestimmten Gestalten des eigenen Lebens – für deutsche Jugendliche und jugendliche Flüchtlinge umso mehr. Entwurzelt, die prägenden Erfahrungen der Flucht, aber auch vielfältige Kenntnisse und Fähigkeiten im Gepäck ist das Ziel für Viele ein Neuanfang in Sicherheit. „Doch die Orientierung auf dem deutschen Arbeitsmarkt, in Aufenthaltsrecht und Beschäftigungsverordnung ist ohne ausreichende Sprachkenntnisse und individuelle Unterstützungsangebote nur sehr schwer möglich“, weiß Anne Störger vom Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement (IBS) zu berichten. Der Sprach- und Berufsorientierungskurs „Bleib dran III“ vom Thüringer Bleiberechtsnetzwerk „to arrange – pro job. Initiativ flüchtlinge in arbeit“ bot jungen Flüchtlingen somit eine wertvolle Chance.

Seit März diesen Jahres lernten 14 junge Männer im Wechsel von Theorie und Praxisanteilen die deutsche Sprache sowie das Ausbildungssystem und den Arbeitsmarkt kennen. Die Jugendlichen hatten durch dieses Kursmodell die Möglichkeit auch mit geringen Sprachkenntnissen auf das deutsche Bildungssystem und das Arbeitsleben vorbereitet zu werden. Nach einem zweimonatigen Deutschkurs ging es in die Erprobungsphase: Praxiswochen in verschiedenen Berufszweigen – so zum Beispiel  Maler und Lackierer beim Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer,  Gastronomie beim Kompetenzzentrum der DEHOGA,  Pflege und Physiotherapie bei „Die Schule“ am Roten Berg und PC Training beim Erfurter Bildungszentrum. Neben den gemeinsamen Unterrichtseinheiten wurden die jungen Flüchtlinge von den Mitarbeiterinnen der IBS GmbH und des Flüchtlingsrat Thüringen e.V. individuell begleitet und beraten.

„Wir können mit diesen Kursen etwas bewegen, das hat sich in der Vergangenheit gezeigt. Die Jugendlichen sind so motiviert“, sagt Frau Kemnitz vom Flüchtlingsrat Thüringen e. V.. Erklärtes Ziel der Kursorganisatorinnen ist es gemeinsam mit den Teilnehmern die Weichen für ihre schulische oder berufliche Zukunft zu stellen. „Ein junger Mann der im Heimatland ein Hochschulstudium absolviert hat, hat sehr gute Chancen sofort in Arbeit zu kommen. Ein weiterer hat Aussicht auf ein Praktikum beim Welcome Center in Erfurt und vier werden das Berufsvorbereitende Jahr besuchen“, fasst Frau Störger (IBS GmbH) die Erfolge zusammen. Bei den übrigen Jugendlichen steht nun die Anerkennung ihrer im Heimatland erworbenen Qualifikationen an erster Stelle.

Das Berufsvorbereitende Jahr (BVJ A) für Ausländer zeichnet sich durch einen erhöhten Deutschanteil aus und befähigt zum Erwerb des Hauptschulabschlusses. Dadurch stellt es eine gute Möglichkeit dar, um in Zukunft auf dem deutschen Ausbildungsmarkt Fuß fassen zu können. In Thüringen wird diese besondere Form des BVJs mittlerweile an fünf Standorten angeboten: in Erfurt, Gera, Arnstadt, Apolda und Altenburg. Interessenten können sich beim Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement unter der Telefonnummer 0361 – 51150015 oder migration@ibs-thueringen.de melden. Die Mitarbeiterinnen des Projektes „to arrange – pro job“ vermitteln sie gerne weiter.